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News-Board-Eintrag:
Bericht über die MV 2011

News-Kategorie:
Eingestellt von: Prof. Dr. Wolfgang Scherf
Eingestellt am: 28.11.2011

Mitgliederversammlung der GHG am 23.11.2011


Stadtwerke-Chef Manfred Siekmann folgt Wolfgang Maaß als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Hochschulgesellschaft


stabwechsel

Bei der Mitgliederversammlung der Gießener Hochschulgesellschaft hat sich ein wichtiger Wechsel vollzogen: Nach zwölf Jahren löste Manfred Siekmann seinen Vorgänger Dr. Wolfgang Maaß als Präsident des Verwaltungsrats ab. Der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Gießen AG wurde von dem im Senatssaal des Hauptgebäudes der Justus-Liebig-Universität tagenden Gremium einstimmig gewählt. „Mir ist es ein Anliegen, die Zusammenarbeit zwischen Universität, Wirtschaft und Hochschulgesellschaft weiter zu vertiefen und neue Mitglieder zu gewinnen“, sagte Siekmann nach seiner Wahl. Dabei sah er die „Bestandssicherung“ der aktuell 616 Mitglieder zählenden Gesellschaft als eine „große Aufgabe“.


Der Vorstandsvorsitzende Prof. Wolfgang Scherf hatte zuvor Wolfgang Maaß, Verleger und Chefredakteur des Gießener Anzeigers sowie Präsident der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, für dessen langjähriges Engagement gedankt. Dem schloss sich auch JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee an. „Nach zwölf Jahren ist es an der Zeit, die Aufgabe in andere Hände zu legen“, begründete Maaß seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur außerdem damit, seit diesem Frühjahr dem Hochschulrat der JLU anzugehören. Rückblickend bezeichnete der scheidende Verwaltungsratspräsident die Anschubfinanzierung für das Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) „als bisher mit Abstand größte Maßnahme der Hochschulgesellschaft“ und die Gründung der Stiftung zum Ausbau der Fördermöglichkeiten als „Highlights“ seiner Amtszeit.


Erste Personalentscheidung des Tages war die Neuwahl des Vorstands, der komplett wiedergewählt wurde. Demnach bleibt Prof. Wolfgang Scherf Vorsitzender, Stephan Kampermann Schatzmeister, Prof. Peter von Möllendorff Schriftführer und Dr. Klaus Ringel zusätzliches Mitglied als Vertreter der Wirtschaft. Von Amtes wegen gehören dem Vorstand Prof. Eva Burwitz-Melzer als erste JLU-Vizepräsidentin und Kanzler Dr. Michael Breitbach an. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden 16 Angehörige des Verwaltungsrats, dem als ständige Mitglieder Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und JLU-Präsident Joybrato Mukherjee angehören. Zudem bestätigte man Dr. Dagobert Kotzur zum stellvertretenden Vizepräsidenten des Verwaltungsrates. Klaus Rinn, der diese Funktion ebenfalls innehatte, stand für dieses Amt nicht mehr Verfügung.


Aufwärtstrend


Bei seinem letzten Bericht als Präsident vermeldete Wolfgang Maaß, dass die Hochschulgesellschaft im vergangenen Jahr „im Rahmen des uns gesetzten Budgets erfolgreich arbeiten konnte“. Laut Vorsitzendem Wolfgang Scherf wurden in diesem Jahr bislang 29 von 43 Anträgen auf Förderung von Projekten positiv beschieden mit der Vergabe von insgesamt etwa 25 000 Euro. 2010 seien es noch 19 von 41 Anträgen mit knapp 20 000 Euro gewesen, sah Scherf hier einen Aufwärtstrend, der nur durch die aktuell niedrigen Zinsen etwas gebremst wird. Für die kommenden Jahre rechnete der Vorsitzende damit, die jährlichen Fördervolumina bei 25 000 bis 30 000 Euro stabil halten zu können. Schatzmeister Stephan Kampermann teilte diese Auffassung, gab jedoch zu bedenken, „dass die allgemeine Situation auf den Finanzmärkten auch an der Hochschulgesellschaft nicht spurlos vorbeigeht“, so dass die erzielten Erträge aufgrund wenig risikoreicher Anlageformen ein geringeres Niveau als in den Vorjahren hätten. Die Kassenprüfer bescheinigten danach eine ordnungsgemäße Kassenführung, woraufhin Vorstand und Verwaltungsrat von der Mitgliederversammlung bei wenigen Enthaltungen entlastet wurden. Im Hinblick auf die Zukunft bezeichnete Wolfgang Scherf die Verbreiterung der Mitgliederbasis, deren Beiträge einen wesentlichen Teil der Einnahmen ausmachen, als eine der vordringlichsten Aufgaben. Bislang hätten sich Ein- und Austrittszahlen „die Waage gehalten“, doch seien zwölf Mitglieder verstorben. Darunter auch Ex-Schunk-Chef Helmut Ritter, ehemals Präsident der Gesellschaft, für den Wolfgang Maaß zu Beginn um eine Schweigeminute gebeten hatte.


In seinem Jahresbericht konnte Unipräsident Joybrato Mukherjee anstehende Bauprojekte sowie zahlreiche Erfolge der JLU in Wissenschaft und Lehre vermelden. Sei es nun ein Doppelerfolg im Exzellenzprogramm Loewe oder die weitgehend gelungene Bewältigung der Rekordstudierendenzahlen in diesem Wintersemester. Die Entwicklung der Finanzsituation bereite jedoch „große Sorgen“, hier sei man nun „am Ende der Möglichkeiten angekommen“, da in diesem Jahr 5,2 Millionen Euro weniger zur Verfügung standen. Trotz weiter steigender Studentenzahlen gebe es eine abnehmende Grundfinanzierung durch die Länder, zudem würden Tarifsteigerungen von zu erwartenden 6,5 Millionen Euro „mit keinem Cent“ ausgeglichen, beklagte Mukherjee. „In den nächsten Jahren werden uns einige sehr harte Diskussionen bevorstehen“, doch das betreffe alle Hochschulen.


Im Anschluss entführte Prof. Anja Klöckner, Leiterin des Bereichs Klassische Archäologie am Institut für Altertumswissenschaften der JLU, ihre Zuhörer ins antike Griechenland. Unter dem Vortragstitel „Von der Anschauung zur Anbetung oder Wann ist ein Bild ein Gott?“ referierte sie über Götterbilder aus dieser Epoche.


Gießener Anzeiger 25.11.2011

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